Gebäudebrand am Hundhügel

Sonntag, der 13. April 2014 – Am späten Abend wurde die Feuerwehr Rulle zu einem dramatischen Einsatz am „Hundhügel“ gerufen. Anwohner meldeten einen Gebäudebrand, der Menschen und Sachwerte stark bedrohte. Schon nach wenigen Minuten war klar, dass dies kein Routineeinsatz war.

Die Feuerwehr wurde um 20:51 Uhr mit dem Stichwort „Feuer – Gebäudebrand“ zur Einsatzstelle nördlich der L109 alarmiert. Das Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) rückte bereits drei Minuten später aus – höchste Eile war geboten. Die Leitstelle informierte die Einsatzkräfte unterdessen per Funk darüber, dass mindestens eine Person noch im Gebäude sei. Das hieß, dass die Menschenrettung oberste Priorität haben muss. Die Feuerwehr Wallenhorst wurde zusätzlich alarmiert.

 

 

Bei der Erkundung der Einsatzstelle erkannte der Gruppenführer im leicht verqualmten Eingangsbereich helle Socken durchscheinen und begab sich in das Gebäude um die dort liegende Person zu retten. Außerhalb des Trümmerschattens begann er sofort mit einer Beatmung und einer Herz-Lungen-Massage. Eine Einsatzkraft mit Rettungsassistentenausbildung übernahm die Reanimation bis Rettungsdienst und Notarzt eintrafen. Die weiteren Bewohner wurden ebenfalls betreut und auf Rauchgasvergiftungen untersucht.

Da die Versorgung der Bewohner sichergestellt war, musste nun zur Brandbekämpfung übergegangen werden. Ein ausgerüsteter Atemschutztrupp begann mit dem Innenangriff. Der hintere Gebäudeteil war zu diesem Zeitpunkt komplett tiefschwarz verqualmt, ein Raum stand im Vollbrand und das Feuer drohte auf andere Räume überzugreifen. Ein Atemschutztrupp der FF Wallenhorst wurde unterstützend eingesetzt. Des weiteren wurde zur Eigensicherung ein einsatzbereiter Sicherheitstrupp vor dem Gebäude postiert.

Nachdem alle Flammen niedergeschlagen waren konnte der 3. Atemschutztrupp eine Überdruckbelüftung des Gebäudes vornehmen. Dazu wurden sämtliche Fenster im Gebäude geöffnet. Nachdem klare Sicht im Gebäude herrschte suchten die Einsatzkräfte mit Hilfe der Wärmebildkamera nach versteckten Glutnestern. Um 21:13 Uhr konnte die Meldung „Feuer aus“ erfolgen. Die ersten Kräfte aus Wallenhorst konnten somit wieder abrücken.

 

 

Nur Minuten später war klar, dass der Bewohner den Brand trotz der schnellen Bergung nicht überlebt hat. Nachdem der 90-Jährige für tot erklärt wurde und der Brand gelöscht war, nahm die Polizei routinemäßig Ermittlungen zur Todes- und der Brandursache auf. Ein Bestattungsunternehmen aus Wallenhorst holte den Leichnam im Anschluss ab.

Die Feuerwehr Rulle konnte um 23:00 Uhr fast vollständig die Einsatzstelle verlassen. Zwei Einsatzkräfte wurden nach dem Einsatz vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, da eine Rauchgasvergiftung nicht zu 100% ausgeschlossen werden konnte. Am Feuerwehrhaus angekommen wurden die Fahrzeuge einsatzbereit gemacht. Doch auch hier keine Spur von Routine – Weil Todesfälle nie zur Normalität im Feuerwehralltag gehören, stellen sie auch für die Einsatzkräfte eine große Belastung dar. Aus diesem Grund wurde ein Notfallseelsorger gerufen. Dieser sprach mit den Kameradinnen und Kameraden eine Stunde lang über das Erlebte und bot jedem ein offenes Ohr an.

Abschließend gab es noch gute Neuigkeiten aus dem Krankenhaus – Unsere Kameraden konnten bereits entlassen werden und wurden sofort vom Krankenhaus abgeholt. So konnten alle Kameraden um ca. 0:45 Uhr den Heimweg antreten.

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