Kampf gegen das Jahrhundert-Hochwasser

Freitag, der 7. Juni 2013 – Um 23:30 Uhr wurde die Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd des Landkreises Osnabrück zu einem Katastropheneinsatz in das Hochwassergebiet in Magdeburg alarmiert. Mit dabei waren aus dem Fachzug II der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd auch zwei Kameradinnen und vier Kameraden der Feuerwehr Rulle. 

 Die Staffel rückte zunächst mit dem Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) um 00:15 Uhr zur Sammelstelle nach Melle/Riemsloh an der A30 aus. Nachdem sich die ganze Feuerwehrbereitschaft nach den jeweiligen Fachzügen sortiert aufgestellt hatte, ging es um 01:30 Uhr in einer Kolonne in Richtung der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts.

Nach einer langen Fahrt mit insgesamt zwei Pausen kamen die Einsatzkräfte am Samstag, dem 8. Juni 2013 um 09:00 Uhr am gemeinsamen Bereitstellungsraum an. Dort wurden zunächst einige Details mit der Einsatzleitung geklärt. Um 11:00 Uhr erreichte der Fachzug II dann den Einsatzort, das Umspannwerk am August-Bebel-Damm im Stadtteil Rothensee, das durch die schnell herannahenden Wassermassen zu überlaufen drohte. Ein Ausfall dieses Kraftwerkes wäre für Magdeburg eine Katastrophe gewesen. Zusammen mit der Bundeswehr und vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern wurde somit als erstes ein Damm aus Sandsäcken gebaut, der immer und immer wieder erhöht werden musste, um das Kraftwerk zu schützen. Parallel dazu waren andere Einsatzkräfte damit beschäftigt, innerhalb des Kraftwerkes Pumpen in Stellung zu bringen, um das eindringende Wasser abzupumpen. Um 15:00 Uhr wurden die Kameradinnen und Kameraden der Ruller Wehr nach vier Stunden am Einsatzort abgelöst und waren von nun an in Bereitstellung. Um 18:30 Uhr ging es Richtung Albert-Einstein-Gymnasium. Dort wurde das Nachtlager in den Klassenräumen aufgebaut und nach 36 Stunden waren alle froh, endlich einmal zur Ruhe zu kommen.

Am Sonntag, dem 9. Juni 2013 ging es um 7:15 Uhr wieder zum Bereitstellungsraum. Die erste Tagesmeldung war, dass über Nacht bereits die Straße und eine anliegende Siedlung überflutet worden waren. Am Umspannwerk stand das Wasser sogar bereits 1m hoch. Allerdings konnte das Umspannwerk noch gehalten werden.

Der erste Einsatzbefehl für den Fachzug II lautete: Ablösung der Pumpenmannschaft sowie die Kontrolle der Schläuche und Schächte. Die Mannschaft aus Rulle wurde in zwei Trupps aufgeteilt, die jeweils einen Bereich zugewiesen bekamen. Um 13:30 Uhr ging es zurück zum Bereitstellungsraum, wo sich zunächst ausgiebig gestärkt wurde. Aufgrund des immer weiter steigenden Wasserpegels der Elbe musste der Standort des Versorgungsplatzes insgesamt zwei Mal verlegt werden. Um 19:00 Uhr ging es für den Fachzug II weiter, da die Mannschaft am Umspannwerk abgelöst werden sollte. Nun wurden von zwei Trupps in relativ kleinen, regelmäßigen Abständen alle Pumpen kontrolliert und je nach Bedarf zugeschaltet. Nachdem auch hier um ca. 23:45 Uhr eine Ablösung erfolgte, kamen die Kameradinnen und Kameraden um 00:15 Uhr wieder am Albert-Einstein-Gymnasium an.

Am Montag, dem 10. Juni 2013 ging es um 09:15 Uhr ein letztes Mal Richtung Rothensee. Dort angekommen war deutlich zu sehen, dass das Wasser bereits wieder gesunken war. Nichts desto trotz mussten die Pumpen im Umspannwerk und rund herum in Betrieb bleiben. Als Ablösung für unsere Feuerwehrbereitschaft war bereits die Bereitschaft aus dem Landkreis Emsland unterwegs. Daher packten die Kameradinnen und Kameraden ihre Sachen langsam zusammen. Als die Emsländer ankamen, wurden auch die letzten Pumpen ausgetauscht, sodass die Osnabrücker gegen 13:00 Uhr den Heimweg antreten konnten. Passend zum wöchentlichem Dienstabend konnten die Ruller Kameradinnen und Kameraden um 19:30 Uhr in der Heimat begrüßt werden. Als Dank spendierte die Kameradschaftskasse nach einer warmen Dusche im Feuerwehrhaus einen Grillabend und Getränke.