Herzinfarkt hinter dem Steuer

Freitag, der 24. Mai 2013 – Zum Wochenende wurde die Feuerwehr Rulle zu einem Verkehrsunfall nach Rulle-Ost gerufen. Die Einsatzstichworte „Verkehrsunfall PKW – Person klemmt“ machten bereits klar, das aller höchste Eile geboten war: Ein Menschenleben war akut in Gefahr.

Nach der Alarmierung durch die Rettungsleitstelle rückten Einsatzkräfte aus den Ortsfeuerwehren Rulle und Wallenhorst gleichzeitig aus. Diese Maßnahme dient neben der schnellen Verfügbarkeit von Personal dem Vorhalten eines zweiten hydraulischen Rettungssatzes. Mit dem so vorhandenem technischem Material, kann schnell und effizient eine Rettung vorgenommen werden.

An der Einsatzstelle angekommen, bot sich den Einsatzkräften folgende Situation: Unweit der fünf-Finger-Kreuzung (Auf der Heide/Dörper Damm/ Barenauer Weg/ Am Steinhaus) in Richtung Auf der Heide lag ein Auto zusammen mit einem beladenen Anhänger auf der Seite im angrenzenden Straßengraben. In dem Fahrzeug befand sich zu diesem Zeitpunkt eine nicht ansprechbare Person ohne Puls, die so schnell wie möglich aus dem PKW-Wrack befreit werden musste. Die Tatsache, das der Wagen nach links von der Fahrbahn abgekommen ist und der Insasse somit auf der, dem Boden zugewandten Seite saß, machte eine Rettung senkrecht nach oben, also quer durch das Auto notwendig.

Da auf dem Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) ein Kamerad als Rettungsassistent ausgebildet war, konnten rasch qualifizierte Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden. Bis der alarmierte Rettungstransportwagen (RTW) und das Notarztfahrzeug (NEF) eintrafen, wurde eine Herz-Lungen-Massage durchgeführt. Die Rettungskräfte übernahmen nun den Patienten. Während der Wiederbelebungsversuche traf zusätzlich ein Rettungshubschrauber für einen schnellen und schonenden Transport des Patienten ein.

Nach mehreren Minuten vergeblicher Wiederbelebungsversuche, musste der anwesende Notarzt den Patienten jedoch für verstorben erklären.
Daraufhin wurde der Leichnam abgedeckt und ein Bestattungsunternehmen verständigt.

Für die Zeit des gesamten Einsatzes sperrten die Einsatzkräfte zusammen mit der Polizei die Straße „Auf der Heide“ vom Kreuzungsbereich an für ca. 250 Meter vollständig ab. Zudem diente ein weiteres Straßenstück kurzzeitig als Hubschrauberlandeplatz.

Die Rettungskräfte rückten zusammen mit den Fahrzeugen der Feuerwehr Wallenhorst und dem Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6) aus Rulle von er Einsatzstelle ab. TLF 16/25 und der Mannschaftstransportwagen (MTW) aus Rulle verblieben an der Einsatzstelle, halfen beim Abtransport des Leichnahms und bargen anschließend das Fahrzeuggespann aus dem Graben. Ein Passant erklärte sich bereit, das Fahrzeug samt Anhänger mit einem Schlepper aus dem Graben zu ziehen. In Absprache mit einem Angehörigen des Verstorbenen nahmen die Einsatzkräfte dieses Angebot dankend an. So konnte die Bergung schnell und unkompliziert von Statten gehen. 

Abschließend konnte der Unfallhergang wie folgt rekonstruiert werden: Der Verunfallte erlitt während der Fahr einen Herzinfarkt, der laut Arzt auch die Todesursache darstellt. Zwangläufig verlor der Fahrer die Kontrolle über das Kraftfahrzeug, welches dadurch von der Straße abkam und schließlich im Graben zum Stillstand kam. Wie lange genau der Mann schon am Unfallort lag, bevor er von Passanten entdeckt wurde, kann niemand genau sagen. Jedoch soll er gegen halb zehn sein Haus verlassen haben.

Die letzten Einsatzkräfte meldeten um 11:28 Uhr die Einfahrt in das Feuerwehrhaus. Die Fahrzeuge und Gerätschaften wurden daraufhin wieder in den einsatzbereiten Zustand gebracht und verstaut. Für alle Einsatzkräfte gab es das Angebot einer Notfallseelsorge, das die Kreisfeuerwehr Osnabrück seit mehreren Jahren nach Einsätzen mit Todesfolgen anbietet. (mehr Infos dazu unter …….)